Blessenstätte 38

Blessenstätte 38

Gütersloh 2014

Das in der Innenstadt von Gütersloh gelegene Grundstück bot die Möglichkeit einen freistehenden Gebäudekubus zu errichten, der die Funktion eines Stadteingangs und Zielpunkts in sich vereint.

Die Architektur des Solitärs mit gleichen Kanten basiert auf klassischen Vorbildern mit einer strengen Lochfassade bei vertikal angeordneten Fenstern. Der Eingangsbereich öffnet sich über ein großzügiges, zweigeschossiges Foyer in Richtung Blessenstätte und führt vom Erdgeschoss in das 1.Obergeschoss, welches als Multifunktionsfläche, mit flexibel abtrennbarem Konferenzbereich, konzipiert ist. Darüber befindet sich in drei Obergeschossen die Büronutzung, mit räumlich abtrennbaren Büros für ein bis drei Mitarbeiter, offenen Gruppenbüros und Gemeinschaftsbereichen.

Die Außenwände, monolithisch mit Ziegelsteinen ohne zusätzliche Dämmschichten errichtet, sind Außen und Innen mit einem Kalkputz versehen. Die Beschichtung der Fassade ist mit einer warmtonigen Reinsilikatfarbe erfolgt, die bei hoher Farbbrillianz und Lebendigkeit eine Gebäudealterung in Würde zulässt. Der Verzicht auf Sohlbänke und die Lage der Fenster auf der Wandinnenseite führt zu einer archetypischen und skulpturalen Gebäudeerscheinung mit klaren Licht- Schatten- Wirkungen. Die großen Raumhöhen lassen geringere Fensterflächen bei hoher Tageslichtqualität zu, da das Tageslicht tief in die Innenräume fällt. Der somit hohe Anteil an Speichermasse gewährleistet ein angenehmes Raumklima.

Es ist auf eine „Übertechnisierung“ verzichtet worden, unter Anderem erfolgt die Lüftung individuell über die Fenster, unterstützt durch VOC- Sensoren. Das Gebäude ist hinsichtlich der energetischen Standards über das Jahr betrachtet klimaneutral.

Die Kosteneinsparung ist sowohl investiv wie auch betrieblich relevant. Die Baukosten für Konstruktion und Technik belaufen sich auf 860 €/m² BGF brutto incl. Photovoltaik. Bezogen auf die Mietfläche beträgt der Endenergiebedarf für Heizen, Kühlen, Warmwasser und Prozesse 35 kWh/m²a. Die Photovoltaikanlage erzeugt > 12 kWh/m²a elektrische Energie, der Bedarf beträgt ? 10 kWh/m²a.

In der Debatte um energetisches Planen und Bauen wird mit diesem Gebäude ein alternativer Weg, zurück zu „traditionellen“ Ansätzen, beschritten. Guter Städtebau und gute Architektur sind hierbei immer vorrangig. Das Technische Gebäudekonzept hat ausschließlich dienende Funktion, der selbstbestimmte Nutzer steht im Vordergrund.

Anerkennung im Rahmen der „Auszeichnung guter Bauten – 2014“ des BDA Ostwestfalen-Lippe